Das Labyrinth von Chartres Drucken

Der Schulhof der Grundschule steht nicht mehr länger nur spielenden Kindern während der Pausen und am Nachmittag zur Verfügung, sondern er erweist sich auch für Erwachsene als ein durchaus lohnenswertes Ziel. Unweit der St.-Silvester-Kirche erstreckt sich seit dem Jahr 2003 das „Labyrinth von Chartres“.

Bei einem Labyrinth handelt es sich nicht, wie häufig vermutet, um einen Irrgarten. Wesentliches Merkmal eines Labyrinths ist vielmehr, dass es aus nur einem Weg besteht: Es gibt weder Kreuzungen noch Weggabelungen oder Sackgassen; erscheint der Weg auch als ein verschlungener, der ständig seine Richtung wechselt, führt er schließlich doch -immer- zur Mitte.

Das Labyrinth kann als ein Sinnbild für den menschlichen Lebensweg gedeutet werden- mit all seinen Wendemarken und Schleifen, mit Randzonen ebenso wie mit schwungvoll oder gradlinig erscheinenden Linien. An manchen Stellen wähnt man sich seinem Ziel schon nahe, doch dann treten urplötzlich wieder überraschende Wendungen auf. Unterwegs mag man zweifelnd fragen, ob man überhaupt noch auf dem „richtigen Weg“ ist und ob man weiter gehen soll - weil man scheinbar doch gar nicht vorankommt; doch dann führt der Weg plötzlich und fast unvermutet seinem Ziel, der Mitte, zu.

Als kirchliches Sinnbild greift das Symbol den Weg eines Christen auf: Alle Wege dieser Erde enden bei Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg“. Jesus führt uns in die Mitte und zum Ziel all unserer Wege. Auf dem Pausenhof einer Grundschule reizt das Labyrinth zunächst gewiss aber erst einmal die Kinder, sich auf eher sportliche Weise auf den Weg zu machen, wirkt dabei sicher auch stressabbauend und trägt dem Bewegungsdrang der Kinder gezielt Rechnung. Das „Pausenhof-Labyrinth“ will aber alle einladen, sich selbst und seinem Leben ein wenig auf die Spur zu kommen.